Sauerlandkrimis

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Umweltterrorismus

Nach seiner erfolgreichen Serie um das A-Team, den wunderbaren Büchern von der europäischen Spezialeinheit, der Opcop-Gruppe, und der Zahlenserie um die beiden Ermittler Berger und Blom, kehrt Arne Dahl zu seinen Wurzeln zurück: Es gibt wieder eine Serie mit einer schwedischen Elite-Poliezeieinheit. Die Gruppe innerhalb der Reichsmordkommission heißt Nova.

Der Team besteht aus vielen interessanten Charakteren, die uns sicher noch eine Weile begleiten werden: Die Chefin Eva Nymann, eine etwa fünfzig Jahre alte Ermittlerin, die aufgrund einer persönlichen Beziehung zum vermutlichen Täter in den Fall reingezogen wird. Hinzukommen noch weitere Ermittler mit den unterschiedlichsten Biographien.

Evas Gegenspieler ist ein ehemaliger Kollege. Er hat die Polizei verlassen, um im Wald zu leben. Aber ist er auch ein militanter Ökoterrorist, der für seine Überzeugungen über Leichen geht? Als im Raum Stockhom eine Reihe von Bombenanschlägen verübt werden, scheit der Fall klar. Denn es gibt merkwürdige Bekennerschreiben, die an Eva Nyman gerichtet sind, und an den ehemaligen Kollegen erinnern. Hat er die Seiten gewechselt und verübt Anschläge im Namen der Umwelt? Oder ist der Fall doch komplizierter, als er auf den ersten Blick scheint? Und gelingt es Eva und ihrem Team, den wahren Täter zu stoppen?

Der neue Thriller von Arne Dahl ist ebenso packend wie hochaktuell. Mit hat das Hörbuch sehr viel Freue gemacht und ich freue mich schon auf weitere Fälle des Nova-Teams.

Auftakt einer Familiensaga

1985. Die Schwestern Elsa und Isolde sind Töchter eines einflussreichen Geschäftsmanns und gehören zu Münchens Oberschicht. Doch dann stirbt ihr Vater. Sein Unternehmen, die Hofsattlerei, steht vor dem Ruin. Die beiden jungen Frauen müssen auf ihre gewohnten Privilegien verzichten und ziehen zu ihrem Onkel, einem eigenwilligen Künstler, der ihr neuer Vormund wird.

Für Isolde, die ihr Leben größtenteils in Büchern und mit Träumereien verbracht hat, beginnt der Ernst des Lebens, denn sie muss sich eine Arbeit suchen und lässt sich zunächst zur Gouvernante ausbilden. Doch es dauert nicht lange, da prallen ihr Freigeist und ihr Streben nach Unabhängigkeit mit den engstirnigen Vorschriften und dem Frauenbild im Jahr 1895 aufeinander.

Ihre jüngere Schwester Elsa vermisst ihre Freundinnen und ihr Umfeld. Sie ist es gewohnt, auf Bälle und Gesellschaften eingeladen und von Offizieren umschwärmt zu werden. Nun stellt sie fest, dass das Interesse der Männer an ihr nachgelassen hat und sich ihre Freunde von ihr abwenden. Sie leidet sehr unter dem gesellschaftlichen Abstieg. Ihre Zukunft an der Seite eines Offiziers ist zunichte. Doch schon bald lernt sie einen jungen Mann kennen, und ihre Träume scheinen wieder zum Greifen nah.

Mir hat das Buch, das abwechselnd aus der Sicht der beiden ungleichen Schwestern erzählt wird, sehr gut gefallen. Es war kurzweilig und unterhaltsam, und am Ende geschieht eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Vergessen. Ein Fall für Feline

Ja, es ist ein Sauerlandkrimi! Was bedeutet, dass ich ihn natürlich lesen muss. Er spielt in Hallenberg, einer urigen Kleinstadt mit vielen Fachwerkhäusern und einer Freilichtbühne. „Vergessen. Ein Fall für Feline“ ist ein federleichter Krimi und ebenso ein Gesellschaftsroman.

Am Totenbett ihrer Schwester Maja verspricht Fee(Feline), für ihre Nichte Viola zu sorgen. Eigentlich ist Fee Weltenbummlerin, doch nun zieht sie zusammen mit Hündin Ronja und dem Kind ausgerechnet in eine Kleinstadt im Sauerland. Dort hatte ihre Schwester Maja ein Fachwerkhaus gekauft und dieses liebevoll renoviert. Fee möchte einen Neuanfang für das Kind, weit weg von einer schwierigen Großmutter und traurigen Erinnerungen. Und möchte sie ebenfalls einen Neuanfang für sich? Das ist die Frage.

Eigentlich ist das Leben in Hallenberg nichts für Fee, doch nach und nach kommt sie mit ihren Nachbarn und mit anderen Müttern ins Gespräch und beginnt mit der Kleinstadt warmzuwerden.

Im Wald findet Fee einen Gedenkstein für die siebzenjährige Luise Bartels, die vor fünfzig Jahren einem Verbrechen zum Opfer fiel. Ein frischer Strauß Sonnenblumen weckt Fees Interesse. Sie setzt sich in den Kopf, mehr über Lusie Bartels Tod herauszufinden.

Fee beginnt Nachforschungen anzustellen. Sie befragt Zeitzeugen und bald gerät der trügerische Frieden in der Kleinstadt ins Wanken. Nicht jeder möchte, dass alte Geheimnisse ans Licht kommen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist ein cosy crime Roman, also ein Krimi zum Schmökern und Wohlfühlen. Auch Fees Privatleben spielt eine große Rolle. Man kann sich gut in die junge Frau hineinfühlen, die mehr und mehr von dem Rätsel um Luise Bartels Tod gefangen wird.

Memoria, eine spannende Zukunftsvision

Memoria ist der neue Thriller von Zoe Beck und spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Die Klimaerwärmung ist fortgeschritten. Waldbrände sind an der Tagesordnung, im Sommer wird es in Deutschland oft über 40 Grad heiß.

Auch die Gesellschaft hat sich verändert, ist mehr gespalten. Die Reichen sind reicher und die Armen ärmer geworden. Die Reichen fühlen sich nicht mehr sicher, die Polizei ist bestenfalls unzuverlässig und Securitydienste boomen.

Die Hauptfigur Harriet gehört zu den Armen, die zwar arbeiten, aber trotzdem vom Sozialstaat leben müssen. Sie war einst eine begnadete Klavierspielerin, musste ihre Karriere aber wegen einer verletzten Hand beerdigen. Jetzt ist sie als Kaufhaussecurity angestellt und verdient grade soviel, dass es zum Überleben reicht. Eine Wohnung kann sie davon nicht finanzieren, Kleidung und Essen gerade so.

Der Thriller beginnt mit einem Feuer. Harriet rettet eine alte Frau von einem Waldbrand. Merkwürdigerweise scheint die Frau Harriet zu kennen, obwohl diese sie noch nie gesehen hat. Und es geschehen noch andere merkwürdige Dinge: Wieso kann Harriet Auto fahren, obwohl sie sich nicht erinnert, den Führerschein gemacht zu haben. Warum weicht die alte Frau ihr aus, verlegnet sie?

Harriet entschließt sich, nach München zu reisen, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Nach und nach kommen Erinnerungen zurück. Doch je mehr ans Licht kommt, desto größer wird die Gefahr, in die Harriet gerät. Denn es gibt jemanden, der das Vergessen unter allen Umständen bewahren will.

Mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen. Ich habe es als Hörbuch gehört und innerhalb von wenigen Tagen verschlungen. Ich mag Zoe Becks Krimis und Thriller alle. Sie ist ein Garant für spannende und ungewöhnliche Geschichten. Klare Leseempfehlung!

Bruchhauser Blut ist erschienen! Und Termine, Termine, Termine

Endlich ist soweit! Das Taschenbuch ist bestellbar und das eBook folgt in den nächsten Tagen.

Nun stehen für mich einige Termine an.

Am 07.10.2023 habe ich Premiere meines Krimitheaters „Der tote Graf“ in Leitmar. (ausgebucht)

Am 14.10.2023 (Kirmessamstag) findet ihr mich von 10.00 – 12.00 Uhr im Thalia Marsberg zur Signierstunde, oder einfach zum Quatschen.

Am 15.10.2023 (Kirmessonntag) könnte ihr mich bei Bücher Podszun in Marsberg treffen. Uhrzeit folgt.

Am Freitagnachmittag, den 20.10.2023, bin ich auf den Frankfurter Buchmesse.

Sonntag, den 22.10.2023, Freitag, den 03.11.2023, und Sonntag, den 05.11.2023, spielen wir das Krimitheater „Der tote Graf“ im Gasthof zum Diemeltal in Helminghausen. (ausgebucht)

Am 30.12.2023 sind wir mit dem Krimitheater „Der tote Graf“ in Marienhagen. (ausgebucht)

Einige Lesungen und Vorweihnachtsaktionen sind auch schon in Planung. Außerdem wollen wir von der Mörderischen Schwestern Gruppe Soest eine Ladies Crime Night veranstalten. Infos gibt es beizeiten über Social Media.

Bald ist es soweit

Die Druckdaten von BRUCHHAUSER BLUT sind freigegeben. Nun könnt ihr (und ich auch!!!) die Tage zählen, bis das Buch erscheint.

Die Reihe „Ein Fall für Anne Kirsch“ ist beendet, und ich starte eine neue Serie: „Hellmann und Kirsch“. Natürlich wieder mit der bekannten Kommissarin. Auch diese Reihe ist auf vier Bände ausgelegt.

Das Buch spielt am Naturmonument Bruchhauser Steine, einem beliebten Ausflugsziel am Rothaarsteig und im September Ausflugstipp bei „Raus in den Westen“ von WDR2.

Klappentext:

Mordserie im Naturparadies

Anne Kirsch hat ihren Job beim Morddezernat verloren und wurde ins Sauerland strafversetzt. Umso ärgerlicher, dass sie nun mit dem strebsamen Anton Hellmann zusammenarbeiten soll, der als ihr Nachfolger gehandelt wird. Auch ihr erster gemeinsamer Fall erregt ihren Unmut. Aus einem Museum in der Nähe des Naturmonuments Bruchhauser Steine wurden zwölf historische Nägel gestohlen.

Doch was wie eine Lappalie erscheint, entpuppt sich als Auftakt zu einer Mordserie. Denn schon bald wird der erste Tote mit einem Nagel in der Brust gefunden. Als weitere Opfer auftauchen, beginnt Anne zu ahnen, dass dieser Fall alles in den Schatten stellt, was sie bisher erlebt hat. Um die Mordserie zu stoppen, muss sie ein Verbrechen aufklären, das weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Wer hören will, muss fühlen

Dieser Thriller war mein erstes Buch von Andreas Winkelmann und passend zum Thema habe ich ihn als Hörbuch gehört. Es geht um einen Podcast, um Beziehungen, um rätselhafte Morde, eine eigenwillige Kommissarin – die mir sehr gut gefallen hat – und um eine Frau auf der Suche.

Der geheimnisvolle Marc Maria Hagen ist Lifestylecoach und gibt in seinem Podcast Hörgefühlt Ratschläge zu Problemen mit dem Leben und der Liebe. Er ist vor allem bei Frauen beliebt und hat eine gewisse Berühmtheit erlangt. Aber niemand kennt ihn. Er tritt nicht in den sozialen Medien auf und es gibt keine Fotos.

Bald wird eine tote Frau gefunden, die scheinbar Selbstmord begangen hat. Das Merkwürdige: Während sie starb, hat sie den Podcast gehört. Ihre Hände sind blutig, dabei hat sie gar keine blutenden Wunden.

Zu Beginn des Thrillers stoßen die ermittelnde Beamtin Carola Bareis und die Internetreporterin Roja Meier aufeinander. Von Beginn an sind die beiden sich unsymphatisch. Carola ahnt: Roja hat ein Geheimnis und sie hat mit dem Mord zu tun. Roja wiederum hat eine Mission und will sich von der Kommissarin nicht dazwischenfunken lassen.

Meiner Meinung nach ist der Thriller gelungen und durchweg spannend. Allerdings hat der Autor an vielen Stellen für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Reaktionen, Gedanken und Gefühle wurden übertrieben und leicht klischeehaft. Ein bischen weniger wäre hier mehr gewesen.

Passend zur Übertreibung des Autors fand ich auch den Sprecher etwas overdone. Als wollte er mit seiner Stimme künstliche Spannung erzeugen. Aber diese muss aus dem Text kommen. Auch hier wäre weniger mehr gewesen.

Abgesehen von den beiden Kritikpunkten hat mich das Buch gut unterhalten. Die Story war durchdacht und voll überraschender Wendungen.

Ein weiblicher Text

In einem lyrischen Schreibstil, der mich gleich zu Beginn gepackt hat, entwirft die Autorin das Bild einer Frau. Zeit ihres Lebens ist diese auf der Suche nach einer Aufgabe, in die sie abtauchen kann und in der sie untergeht – bis zur Selbstauflösung. Zu Beginn des Buches findet sich die Frau in einer Mutterrolle wieder. Als Hausfrau kämpft sie ununterbrochen gegen das Chaos, gegen Wäscheberge, gegen die täglichen Aufgaben, die sich immer wiederholen. Trotzdem geht die Frau in ihrer Rolle auf, vielleicht zu sehr, vielleicht zu zwanghaft, vielleicht löst sie sich gar in ihr auf. In dem Abarbeiten von Listen findet sie Bestätigung in einem „Job“ der keine Bestätigung bietet.

Diese Frau ist beeindruckt von einem irischen Klagelied aus dem achzehnten Jahrhundert. Die Autorin des Liedes ist Eibhlín Dubh Ní Chonaill, eine irische Adelige, die in der Trauer um ihren verstorbenen Geliebten von seinem Blut trinkt. Ihr Klagelied gehört zum kulturellen Schatz der Iren, trotzdem ist wenig über die Autorin selbst bekannt. Auch sie hat sich aufgelöst in der Geschichte ihrer (männlichen) Vorfahren und Nachkommen.

Die Frau ist fasziniert von den Parallelen zu ihrem eigenen Leben. Sie forscht akribisch zu Eibhlín Dubh Ní Chonaill und verliert sich wieder in dieser Aufgabe, die zur Obsession wird. Die Autorin macht darauf aufmerksam, wie wenige Spuren Frauen in einer von Männern bestimmten Welt hinterlassen.

Mich hat das Buch sehr beeindruckt.

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