
Gemeinsam mit ihrem Vater Johann reist Sine zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Michelsberg in Siebenbürgen. Hier hat sie ihre Kindheit verbracht, bevor ihre Eltern mit ihr nach Deutschland geflohen sind. Sine hat ihr Studium abgeschlossen, ist zu ihren Eltern zurückgezogen und hat sich bislang eher halbherzig und erfolglos beworben. Der Aufenthalt im Haus der Großmutter gibt ihr den notwendigen Raum zur Reflexion und hilft ihr, Klarheit über ihre Zukunft und anstehende Entscheidungen zu gewinnen.
Als sie in das Haus der Großmutter zurückkehrt und die Umgebung erkundet kehren längst vergessene Erinnerungen zurück. Sine begegnet Julian, ihrem Freund aus Kindertagen, der das Dorf nie verlassen hat. Gemeinsam besuchen sie vertraute Orte, Sine entdeckt die Bedeutung von Heimat uns Zugehörigkeit für ihr eigenes Leben.
Der Roman lebt von einer poetischen Sprache und den Beschreibungen der landschaftlich reizvollen Region und Sines Gedanken und Gefühlen.
Auch die Geschichte und Kultur der Siebenbürger Sachsen kommt zur Sprache, ebenso wie die Situation der ausgebürgerten und in Deutschland oft unwillkommenen Menschen.
Halber Stein ist ein leiser, atmosphärisch dichter Roman, der mir gut gefallen hat.