Sauerlandkrimis

Monat: März 2025

Kammerspiel

Der Titel sagt es bereits. Hier geht es um ein Kammerspiel. Sechs Menschen sind in einem kleinen Raum mit einer Nasszelle eingeschlossen. Die Kammer steht unter so hohem Druck, dass man erst nach zwei Wochen Dekomprimierung wieder die Tür öffnen kann. Sonst gibt es Himbeermarmelade, wie es im Buch heißt. Wer einmal drin ist, kommt nicht mehr raus.

Dieses Thrillersetting ist der ganz normale Alltag von Sättigungstauchern. Und auch von Ellen Brooke, der einizigen Frau in diesem Beruffstand, die sich die enge Kammer mit fünf Männern teilen muss. Wir erfahren viel über den Alltag der Taucher und die technischen Details. Das fand ich spannend und auch interessant. Der Autor kennt sich anscheinend sehr gut in dieser Welt aus.

Alles scheint in Ordnung, doch dann stirbt der erste Taucher. Ein weiterer folgt. Niemand kann rein. Und auch die Leichen nach draußen zu schaffen, ist nicht gerade einfach. Ein absoluter Albtraum.

Die Taucher sind auf sich allein gestellt und die Nerven liegen blank. Das alles ist sehr spannend. Leider wird die Geschichte dann ziemlich aufgebläht, weil die Taucher sich gegenseitig von lang zurückliegenden Erlebnisse erzählen. Das nimmt einen Großteil der Spannung raus. Dann wird die Handlung zäh. Außerdem bleiben die anderen Taucher bis auf Ellen Brooke sehr farblos und sind kaum unterscheidbar.

Das Buch hätte auf die vielen Tauchgeschichten und ca. hundert Seiten gut verzichten können. Die Romanidee an sich ist gut. Auch, wie man in der Tauchmilieu „eintauchen“ kann. Sehr gut dargestellt ist die psychische Veränderung der eingeschlossenen Menschen. Auch die Druckkammer ist ein gutes Bild für die Stimmung, ein gutes Setting. Leider ist man versucht, Seiten zu skippen, auf denen nichts passiert. Schade eigentlich.

Spannung und Liebe in einer brutalen Fantasywelt

Ich durfte diesen Reihenauftakt als Rezensionsexemplar lesen. Das Cover hat mich sofort angesprochen und es ist auch eine sehr schöne Schmuckausgabe mit Farbschnitt erhältlich.

Das Buch spielt in einer mittelalterlichen Fantasywelt. Die Länder Asteria und die Stadtstaaten von Ikruria sind sich feindlich gesonnen. In Asteria regiert ein despotischer Alleinherrscher mit eiserner Hand und lässt alle Anwärter auf den Thron mit Ausnahme seiner Kinder töten. Doch auch seine Nachkommen liegen miteinander in erbitterter Feindschaft. Vaasa, die Tochter dieses Tyrannen, hat nie gelernt, dass eine Familie Liebe und Vertrauen bedeuten kann.

Als sie gegen ihren Willen mit dem Wolf von Mireh – einem Anwärter auf das höchte Amt in Ikruria – verheiratet wird, denkt sie keine Sekunde daran, bei ihm zu bleiben. Sie schmuggelt ein Seil und ein Messer in das eheliche Schlafgemach. Und hier beginnt der Roman.

Ich fand die Geschichte sehr spannend und die Welt faszinierend. Natürlich gibt es einen enemies-to-lovers twist, der mir in Fantasygeschichten gut gefällt.

Einziger Kritikpunkt: Die politischen Verwicklungen sind ein wenig einfach gestrickt, hier hätte ich mir mehr Raffinesse gewünscht. Und das Buch ist in den Kampfszenen explizit und brutal. Das bräuchte auch nicht sein, um die Spannung aufrecht zu halten.

Es ist aber sehr spannend zu lesen und hat mir gut gefallen!